Haushaltswerbung: Nein Danke!

Rote Karte für Prospektverteiler und viele Anzeigenblätter

Ob Großstadt oder Universitätsstadt, Werbung im Briefkasten ist in vielen Städten zunehmend unerwünscht. Spitzenreiter bei den Werbeverweigerern ist die Universitätsstadt Tübingen. Hier ist der Job eines Prospektverteilers wahrlich ist kein Zuckerschlecken. Mehr als zwei Drittel (70,3%) der der Haushalte sagen „Direktwerbung – nein danke“ und verweigern an ihren Briefkästen den Einwurf von Haushaltswerbung.

Quelle: ZMG/Deutsche Post

Quelle: ZMG/Deutsche Post

 
Prospektverteiler und Anzeigenblätter haben es immer schwerer
Foto: bureau-schmidt.de

Foto: bureau-schmidt.de

Städter werden werbemüder und sperren massenhaft ihre Briefkästen mit einem Aufkleber „Bitte keine Werbung einwerfen“ für Prospektverteiler. Das ergab eine Studie der Deutschen Post 2014. Erschwerend kommt hinzu, dass mittlerweile zusätzlich auch zunehmend Anzeigenblätter ausgeschlossen werdem. Ausnahme bisher ist die EINKAUF AKTUELL von der Deutschen Post, die es zumeist bis in die Briefkästen der Verbraucher schafft.

Die Hitliste der Werbeverweigerer
Orte ab 50.000 Einw.  Haushalte  Werbe-Verweiger in %
München  847.867 451.368 53,2
Frankfurt am Main 418.908 195.226 46,6
Stuttgart 337.214 166.453 49,4
Bremen 324.556 132.589 40,9
Dresden 315.891 152.524 48,3
Nürnberg 296.177 125.923 42,5
Bonn 187.016 71.517 38,2
Augsburg 165.356 75.509 45,7
Regensburg 95.322 45.764 48,0
Darmstadt 89.969 36.331 40,4
Heidelberg 89.101 43.042 48,3
Erlangen  68.329 37.168 54,4
Fürth 67.700 27.697 40,9
Ulm 67.133 35.453 52,8
Pforzheim 66.592 29.366 44,1
Jena, Stadt 63.898 25.789 40,4
Reutlingen 58.341 25.587 43,9
Konstanz 51.382 21.992 42,8
Esslingen am Neckar 50.959 24.800 48,7
Ludwigsburg 50.133 20.389 40,7
Bayreuth 43.970 16.904 38,4
Kempten (Allgäu) 37.650 14.396 38,2
Rosenheim 35.444 14.629 41,3
Passau 34.160 16.405 48,0
Sindelfingen 32.109 13.206 41,1
Schwäbisch Gmünd 31.767 14.777 46,5
Göppingen 30.663 12.365 40,3
Neu-Ulm 30.398 12.783 42,1
Bad Homburg v. d. Höhe 30.256 12.650 41,8
 Summe/Durchschnitt 4.018.261 1.872.602 46,6
Quelle: Deutsche Post 2014

Ballungsräume bereits mit 30 Prozent Werbeverweigererquote

Nach der Studie der Deutschen Post hat mehr als jeder fünfte Haushalt (23,2%) in Deutschland seinen Briefkasten für Haushaltswerbung gesperrt, das ist ein Wachstum von ca. 5,5% (Vorjahr 22%). Nicht nur in Großstädten tragen deutlich mehr als 40 Prozent der Briefkästen den Aufkleber „Bitte keine Werbung einwerfen“ und die Zahl steigt kontinuierlich. So untersagen in den bundesweiten Ballungsräumen inzwischen rund 30 Prozent der Haushalte den Einwurf von Direktwerbung. 

Wie sollten regionale Werbekunden reagieren? 

Prospektwerbung ist gerade für den Handel eine tragende Säule im Mediamix. Aber, Haushaltsdirektwerbung ist nicht mehr der breite und bequeme Königsweg zum Kunden, die Marktdurchdringung leidet in einigen Regionen bereits massiv. 

  1. Status Report
    Prüfen Sie die Werbeverweigererquote in ihrem Einzugsgebiet. Machen Sie sich ein eigenes Bild von Orten, Stadtteilen, Straßen mit einem einfachen Stichproben-Check. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den Aussagen von Prospektverteilern, Anzeigenblättern und Tageszeitungsverlagen. Seien Sie auf Überraschungen gefasst.
  2. Strategie
    Definierenwelche Zielgruppen (Haushalte, Einkommen, Wohngebiete) Sie erreichen wollen und wo Lücken bestehen. Prüfen Sie darauf hin die regional verfügbaren Werbeträger: Online-Prospektportale, Online-Werbung, E-Mail-Marketing, Radio, Direkt-Marketing, Outdoor/Plakat, Anzeigen in der Tageszeitung und Anzeigenblätter in Hinblick auf Ihre Eignung.
    Die Kriterien sind: Reichweite/Abdeckung, Kosten, Tausenderpreise und Darstellung der Kommunikationsinhalte.
    Bestimmen Sie Ihren Mediamix neu, gerade weil Sie lokal werben und Kunden gewinnen müssen. Sie die ausgetretenen Mediapfade noch die richtigen?
  3. Beratung
    Achtung Falle: Medienverkäufer sind keine objektiven Berater und viele Werbeagenturen haben durchaus auch Eigeninteressen, denn sie beherrschen nicht alle Medien gleich gut. Sprechen Sie mit einem unabhängigen Berater wie z.B. dem bureau-schmidt. 
    Ihr Mediabudget ist eine Investition und Effizienz drückt sich nicht in Rabatten und Preisnachlässen aus. 

Quellen: ZMG, Deutsche Post 2014

One Response so far.

  1. Bertram Olsen sagt:

    Die Leistungsverluste von Tageszeitungen und Anzeigenblätter sind signifikant. Wir spüren sinkende Resonanz. Sind Prospektportale eine gute Alternative? Wir haben es getestet und gerade jüngere ZG’s vermehrt erreicht. Allerdings die Kosten waren recht hoch und man bekommt mit ihnen einen Umsatz-Push nicht hin.
    Gute Erfahrungen haben wir mit zwei lokalen Radiosendern gemacht obwohl anfangs die Skepsis überwog.

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